@HansZauner @stiebke @Lykanthrop_ @BlumeEvolution Gerade die Entwicklung der Präsidialsysteme der letzten 20 Jahre zeigt mE, dass Machtverschiebung hin zu einem einzelnen „Starken Mann“(tm) als oberste Exekutiv-Instanz keine gute Idee ist.
Beispiele: Türkei, Ungarn, Russland, China, USA.
Unter dem Druck der Lage, Krisen, ob real, gemacht oder propagiert, tendiert das eher zum Abbau von Check & Balances.
Zum einen zieht das Amt Menschen an, die autokratisch regieren möchten. Um das Amt zu erreichen und zu halten, muss sich die Person als „stark" beweisen. Zum Beispiel durch möglichst autonomen Führungsstil.
Ausdrücklich auch gegen die Checks & Balances, denn gesellschaftliche Beteiligung, längere Nachdenk- und Lösungsfindungsprozesse, Einsprüche und „Behinderung" durch Institutionen, Gremien, Gerichte stehen ja der Idee der singulären Führungsfigur im Weg und beschädigen ihre Autorität. Das bedroht ihren Verbleib im Amt.
Eine ideal auf das System passende Person wird also diese „lästigen Hindernisse" möglichst klein zu halten versuchen, sie beschneiden, übergehen oder abschaffen.
In einem ermächtigten Präsidialsystem befinden sich die Checks & Balances immer in einem Abwehrkampf gegen die Führungsfigur, der niemals scheitern darf; sonst endet das automatisch in einer Autokratie. Dazu braucht es nur etwas Unachtsamkeit oder eine Krise, die einen Ausnahmezustand rechtfertigt.
Deshalb sind Leute wie Erdogan, Orban, Putin, Xi und Trump die logische Entwicklung.