5/10 So fing es schon einmal an. Mit Akten. Mit Ärzten. Mit Formularen. Kinder wurden vermessen. Bewertet. Abgestempelt. Niemand sprach von Mord. Man sprach von Ordnung. Von Zukunft. Von Reinheit.
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5/10 So fing es schon einmal an. Mit Akten. Mit Ärzten. Mit Formularen. Kinder wurden vermessen. Bewertet. Abgestempelt. Niemand sprach von Mord. Man sprach von Ordnung. Von Zukunft. Von Reinheit.
6/10 Dann kamen Briefe an Eltern. „Verlegung.“ „Behandlung.“ Mütter warteten. Väter hofften. Hinter den Mauern starben ihre Kinder. Nicht im Chaos. Sondern geplant. Mit Listen. Mit Unterschriften. Mit Zustimmung. #Geschichte
7/10 Gib einem Fanatiker die Macht über solche Daten – und er braucht keine Gewalt auf der Straße. Er braucht nur Zugriff. Ein Knopfdruck entscheidet, wer überprüft wird. Wer gestrichen wird. Wer verschwindet.
8/10 Es beginnt mit Kürzungen. Mit Prüfungen. Mit dem Satz: „Das ist wirtschaftlich nicht tragbar.“ Und plötzlich wird ein Mensch zu einer Zahl im Haushalt. Eine Zahl, die man reduzieren kann.
9/10 Stell dir vor, dein Bruder steht auf so einer Liste. Deine Tochter. Dein bester Freund. Und irgendwo entscheidet jemand, dass ihr Leben zu teuer, zu unbequem, zu anders ist. Du würdest schreien. Aber das System ist leise.
10/10 Es begann nie mit Gaskammern. Es begann mit Datensätzen. Mit Registern. Mit dem Gedanken, alles unter Kontrolle zu haben. Kontrolle wurde zu Auswahl. Auswahl wurde zu Vernichtung. Wenn wir jetzt nicht nachdenken, nicht handeln, dann wird schon sehr bald wieder jemand leise von einer Liste gestrichen. Ich bin schwerbehindert. Ich werde zu den ersten Opfern gehören, weil gute Menschen die Zusammenhänge nicht sehen wollten, bis es für mich zu spät sein wird.